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Mähne mit der Sense
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Endlich Urlaub

Für die einen heißt das hinauf auf die Berge, für die anderen ab ans Meer, und die dritten lieben nichts mehr, als einfach zu Hause zu bleiben und einmal nichts zu tun, außer vielleicht öfter als sonst spazieren zu gehen. Doch welcher Urlaub sorgt für das meiste Wohlbefinden?

Wie lange soll er dauern, damit man am Ende wirklich gut erholt ist?

MEDIZIN populär fragte beim Urlaubs- und Freizeitmediziner Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler für Sie nach.

Im Mittelalter hieß Urlaub „Urloup“ und bedeutete soviel wie „Erlaubnis“. Um diese Erlaubnis mussten die damaligen Ritter ihren Lehensherren bitten, wenn sie in eine Schlacht ziehen wollten. Fast wie Feldzüge kommen dem
Vorarlberger Urlaubs- und Freizeitmediziner Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler auch die meisten Urlaube der Gegenwart vor.

„Wenn es um die Gestaltung der schönsten Zeit des Jahres geht, heißt doch
heute die Devise für die meisten: immer öfter, immer schneller, immer weiter
weg“ auch ein „immer kürzer“.


Die Drei-Tages-Trips mehrmals im Jahr, um da ein bisschen Sightseeing zu
machen und dort ein bisschen zu „wellnessen“, könne er als Urlaubs- und
Freizeitmediziner nicht empfehlen, sagt Prof. Humpeler. „Da hat man Stress
vor dem Urlaub, Stress im Urlaub und Stress danach. Und das ist das
Gegenteil dessen, was ich unter Urlaub verstehe, beziehungsweise davon, was ich mir persönlich und für die Urlaubenden von einem Urlaub erwarte. „Nach Prov. Humpelers Definition ist Urlaub vielmehr „eine Maßnahme, die gesetzt wird, um für Wohlbefinden zu sorgen beziehungsweise um das körperlich und seelische Wohlbefinden wiederzuerlangen, Urlaub ist eine
Gesundheitsstrategie“.

NIE VERGESSEN. IM URLAUB BRAUCHT MAN NUR DAS ZU TUN WAS EINEM SPASS MACHT.

Richtige Urlaubssteuerung

Wie sieht der Urlaub aus, mit dem wir das Beste für unsere Gesundheit tun?
Wie lange soll er dauern? Was soll man während des Urlaubs machen? und ist frei nach Stephan Remmlers legendärem Urlaubssong eher Schnaps in Sankt Kathrein angesagt oder bring uns der Blick in die Sterne von Athen doch mehr Erholungseffekt?

Bei der Frage nach dem besten Urlaubsort braucht Prof. Humpeler nicht lange überlegen. Hierbei sei immer der Wunsch des Menschen maßgeblich, der auf Urlaub geht.

„Wer gene zu Hause bleibt und täglich einen langen Spaziergang macht, erholt sich wahrscheinlich genauso gut wie jemand, der gern am Strand ist und daher in einen Urlaubsort am Meer fährt. Und jemand, der gern in den Bergen ist, soll in die Berge fahren“. Ein Urlaub in mittleren Höhen zwischen 1000 und 2000 Metern Seehöhe habe dazu noch den Vorteil, dass schon der Aufenthalt in der Höhe für sich allein positive Auswirkungen auf die körperlich und seelische Gesundheit habe, sagt Prov. Humpeler. Wer dazu noch Wanderungen unternimmt oder Bergsteigen geht und sich den einen oder andern Gipfelsieg gönnt, verstärke den Effekt.

Was kann man sonst im Urlaub machen, um der physisch-psychischen Gesundheit möglichst viel Gutes zu tun? Prof. Humpeler sagt, man brauche „richtige Urlaubssteuerung“.

Diese beginne schon bei der Anreise und reiche über die Urlaubsgestaltung am Urlaubsort bis hin zur Heimreise. In allen diesen Urlaubsabschnitten sollte man sich grundsätzlich vor Augen halten, dass der Urlaub die Zeit im Jahr ist, auf die man sich am meisten gefreut hat, in der man frei ist und nur
tun braucht, was einem Spaß macht

Bei allen Aktivitäten gelte: Man sollte sich weder über- noch unterfordern.
„Und im Zweifelsfall ist weniger mehr“.

Optimale Dauer: Drei Wochen

Den Urlaub, der für das meiste Wohlbefinden sorgt, macht schließlich noch
die optimale Dauer aus – und die liegt nach übereinstimmenden Erkenntnissen sämtlicher Forscher und Mediziner inklusive Prof. Humpeler bei drei Wochen.

Der Grund: Nach Urlaubsbeginn dauert es eine Zeit lang, bis man sich
gedanklich von der Arbeit gelöst hat und wirklich auf Urlaub ist. Ein paar
Tage vor Urlaubsende stellt man sich umgekehrt schon wieder auf die Arbeit ein und beginnt über die damit verbundenen Aufgaben nachzudenken. Wenn die freie Zeit dazwischen mehr als eine Woche dauert, wie das bei einem dreiwöchigen Urlaub der Fall ist, ist das ideal, und zwar nicht nur für den Kopf, sondern auch für den Körper.

Letzteres haben Prof. Humpeler, sein Forschungskollege Univ. Prof. Dr.
Wolfgang Schobersberger und das Team vom Forschungsinstitut für Urlaubs- und Freizeitmedizin in Bregenz sowie von der Privatuniversität für
Gesundheitswissenschafgen UMIT in Hall in Tirol im Rahmen der so genannten AMAS-Studie, nachgewiesen.

An der Studie nahmen 100 Urlauberinnen und Urlauber teil, die drei Wochen am Stück Ihren Urlaub verbrachten.

Bei Ihnen verbesserte sich durch den Urlaub, in dem sie leichte Wanderungen unternahmen, das allgemeine körperlich Wohlbefinden, der Blutdruck normalisierte sich, der Sauerstofftransport des Blutes optimierte sich, die Herzfrequenz ökonomisierte sich, das Herz-Kreislaufsystem stabilisierte sich, psychische Belastungen reduzierten sich.

Und das Beste kommt noch: die Verbesserungen erwiesen sich als nachhaltig, das heißt, sie hielten bis zu sechs Monat nach Urlaubsende immer noch an.

Wie ist es um die Wirkung eines Urlaubs auf die Gesundheit bestellt, der
nicht drei Wochen, sondern vielleicht nur sechs Tage dauert? Das haben Prof. Humpeler & Co in einer weiteren Phase der AMAS-Studie im vergangenen Winter erforscht.

Die Ergebnisse sind zwar noch nicht vollständig ausgewertet, doch der
Experte verrät MEDIZIN populär schon jetzt, „dass auch bereits zwei Wochen, ja sogar nur sechs Tage Urlaub einige Gesundheitswerte und das seelische Wohlbefinden positiv beeinflussen“.

Wie stark dieser positive Einluss ist, hänge von den individuellen
Gegebenheiten ab und davon, wie der Alltag gelebt wird.

Wie gesund ist ein Urlaub in den Bergen im Vergleich zu einem Urlaub in der Ebenen, wenn er genauso lange dauert und man sich auch in etwas gleich bewegt?

Die Liste der Verbesserungen die bei allen Urlaubern festgestellt wurden:

* Absinken von Herzfrequenz und Blutdruck
* Rückgang der erhöhten Blutfette
* Gewichtreduktion ohne Diät
* Verbesserung des Blutzucker-Stoffwechsels
* Rückgang des Stresslevels
* besser Schlafqualität
* positivere Lebenseinstellung


Der Urlaub in den Bergen brachte zusätzlich noch Benefits, die auf den
bloßen Aufenthalt in der Höhe zurückzuführen sind wie:

* Stimulierung der Neubildung roter Blutkörperchen
* Anstieg des blutbildenden Hormons Erythopoeitin
* Verbesserung der Sauerstoffabgabe an das Gewebe,
* ab einem Aufenthalt von einer Woche bereits eine Verstärkung der
regenerativen Prozesse mit Stammzellen-Aktivierung (was einem allgemeinen Aktivierungsschub gleichkommt) und
* verstärkter positiver Einfluss auf die Koordination und
Flexibilität.

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